Der Abend vor der Nacht - Roman
secession Verlag Berlin

gebundene Ausgabe, 200 Seiten, 21.95 Euro
ISBN 978-3-905951-12-7

Leseprobe

 

 

in den Warenkorb

 

Ein Lob der Erinnerung - müsste es nicht zugleich ein Lob des Erlebens sein? Könnte der Roman, "Der Abend vor der Nacht", obgleich ein Buch über das Erinnern, ein Hohelied des Erlebens sein? Gerade weil sein Hauptcharakter an Demenz erkrankt ist?
Verwoben mit der Geschichte und der abgründig traurigen Verlorenheit des Diebes und Oldtimerliebhabers Steven Blake, der auf furchtbare und beinahe obszöne Weise einen ungeheuren Verrat an seinem Freund begeht, erzählt uns Thomas Christen die kraftvoll schöne, von Liebe erfüllte Lebensgeschichte des Kunsthändlers Wilhelm Langhans am Abend vor dessen endgültiger Einweisung in ein Pflegeheim. Ein Gentleman der alten Schule, scheint seine besondere Art gelebt und geliebt zu haben, seine wunderbar glückliche Ehe mit der sportlichen Malin, die ihm ein Tonband voller gemeinsamer Erinnerungen hinterlassen hat, der geheime Motor für eine Sprache zu sein, mit der die Dinge erst Leben erhalten, und Leben Klang. Eine Sprache, mit der der Trauer um eine vergehende Erinnerung, die wie ein langsames Entreißen aus der Welt den Menschen innerlich aushöhlt, ein Gegengewicht geschenkt wird, das sich in der Intensität und Schönheit von Erleben zum Ausdruck bringt. Es ist, als trüge die Sprache dieses Romans die Güte eines Mannes zurück ins Leben, um den zu trauern der Leser beginnt, weil er die Schönheit namens Leben in ihm zu erkennen vermag.
Vielleicht ist "Der Abend vor der Nacht" so auch ein Hohelied des Erzählens!

(secession Verlag)

 


Rezensionen

 

... Diese lyrisch anmutenden Intensivierungen des Prosagewebes bilden die starken Momente des Romans. Sie sind besonders eindrucksvoll in den traumartigen Sequenzen von Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung, die im Hain von Pierien bei Eleutherai mit Zeus zusammentrifft. Die mythischen Reminiszenzen, die an D.H.Lawrences Kurzgeschichten erinnern, lassen Traum und Wirklichkeit ineinander übergehen. In Langhans’ zergehendem Gemüt werden am Ende der Erzählung Malin und Mnemosyne eins (...). Die Verbindung dieser mythischen Szene, die in ihrer seltenen Schönheit von der Unvergänglichkeit der Erinnerung kündet, die im traumhaften Bild geborgen ist, mit der schonungslosen Härte des dementen Daseins (...) machen den Text authentisch.
Dirk Haferkamp auf www.literaturkritik.de

... Das Buch vereint Elemente von Biographie und Kriminalroman. Es ist kein Bericht über den Verlauf einer Demenzerkrankung, sondern ein Text mit mehreren Ebenen (...). Ein Buch für Leser, die bereit sind, sich auf einen literarisch anspruchsvollen Text und eine metaphernreiche Sprache einzulassen.
Hans-Jürgen Freter in Alzheimer Info

... Eine Beschwörung der heilenden, wegweisenden Kraft von Erinnerungen.
Alexandra von Arx in der Neuen Züricher Zeitung

...darin gelingt es dem Autor (...) eine Welt zum Leuchten zu bringen, die gerade untergeht. In ihr gelebt zu haben, darum muss der Leser Will beneiden. (...)

(Er) beschreibt kraftvoll und sinnlich innere wie äußere Landschaften. Souverän wechselt er die Tonlagen, zitiert Hölderlins Pathos ebenso überzeugend, wie er die Alltagsdialoge zweier Autodiebe gestaltet. Mit kriminalistischem Geschick und psychologischem Feingefühl erzeugt er Spannung und eine Atmosphäre, die mitunter an Filme von David Lynch erinnert. Im geruhsamen Fluss der Sätze entdeckt man unversehens abgründige Tiefen, wird in Gefühlsstrudel gerissen und in Parallelwelten gestoßen.
Carsten Hueck im Deutschlandradio Kultur

 

Dieses Buch ist ein wundervolles Kleinod für den Leser, der bereit ist in eine außergewöhnliche Sprache und Erzählkunst fernab des Üblichen einzutauchen.

lovelybooks.de Kundenrezension